Trainer des Jahres: Karl Mussner, der Nimmermüde

„Mit der Nominierung von Karl Mussner möchten wir als Ski Team Alta Badia nicht nur einen erfolgreichen Trainer würdigen, sondern vor allem einen Menschen, der den Wintersport in Südtirol seit Jahrzehnten mit Leidenschaft, Haltung und außergewöhnlicher Hingabe prägt“, beginnen die Gadertaler die fast zweiseitige Lobeshymne an Übungsleiter. Mussner war vor zwei Jahren bereits kurz davor, sich nach über 50 Jahren im Skisport in den mehr als wohlverdienten Ruhestand zu verabschieden. Doch der Funke war noch nicht erloschen und der gebürtige Grödner machte weiter. „Karl brauchte dafür kein großes Versprechen. Er brauchte ein Umfeld mit Vertrauen, ehrlichen Menschen und einer Idee, an die er glauben konnte“, schreibt sein Verein.
„Seit seiner Ankunft hat Karl unserem Verein einen enormen Mehrwert gebracht. Er ist für unsere jungen Trainer ein tägliches Vorbild, fachlich, aber vor allem menschlich. Besonders die Eltern bedanken sich immer wieder für die Werte und Botschaften, die er den Jugendlichen vermittelt. Respekt, Verantwortung, Einsatzbereitschaft, Disziplin und Leidenschaft sind heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Karl lebt diese Werte nicht nur vor, er schafft es auch, sie glaubwürdig weiterzugeben. Auch wir als Verein haben in dieser Zeit sehr viel von ihm gelernt“, geben die Verantwortlichen vom Ski Team Alta Badia zu. Dabei sei der 68-Jährige einer der letzten, der den „konsequenten, manchmal strengen, aber immer ehrlichen, menschlichen und von Fürsorge getragenen“ Trainerstil der alten Garde lebt. Bei seinen Athletinnen und Athleten stehen „nicht Ergebnisse und Nummern, sondern der Mensch hinter der Leistung im Vordergrund“.
Große Stütze für Verein und Schützlinge
Mussners größte Stärke sei laut den Vertretern des Ski Teams Alta Badia seine Arbeit mit „Kopf und Herz“. Durch ihn würden viele Athleten wieder Vertrauen, Stabilität und Motivation für den Skisport finden, wobei der Übungsleiter aus Wolkenstein stets Wert auf Eigenständigkeit lege. „Er möchte keine Sportler schaffen, die von ihm abhängig sind, sondern Persönlichkeiten, die lernen, selbst Verantwortung zu übernehmen und ihren eigenen Weg gehen“. Auch innerhalb des Vereins sei Mussners Einfluss Gold wert: „Karl hat sich im Ski Team Alta Badia immer korrekt, loyal und transparent verhalten. Für uns bedeutet Korrektheit, ehrlich zu sein, Dinge klar anzusprechen und nicht um Themen herumzureden. Genau diese Offenheit und Ehrlichkeit bringt Karl täglich in unsere Arbeit ein. Immer respektvoll, immer klar. Das hat ihm innerhalb des Vereins großes Vertrauen und Anerkennung eingebracht“, werden die Gadertaler zitiert.
Als Trainer hat Mussner schon viele Athletinnen und Athleten unter seiner Fittiche gehabt. Zuletzt haben mehrere seiner Schützlinge große Fortschritte gemacht. Alberto Davare wurde in den Südtiroler Landeskader befördert, Lena Sottara, David Thaler und Mike Rifesser gehören zu den „Osservati“ der FISI. Mit David Castlunger und Rita Granruaz stehen zwei auch schon in der Nationalmannschaft. Beide haben dabei eine besondere, mit Mussner eng gestrickte Geschichte hinter sich: Granruaz wurde nach einer schweren Verletzung vom Grödner Trainer betreut, fand unter ihm zu alter Stärke zurück und schaffte es in der Comeback-Saison unter die Top-100 Abfahrerinnen der Welt. Bei Castlunger wusste Mussner immer ganz genau, wann sein Rat nötig war und wann er den Jungspund allein die Lösung finden lassen musste. Dabei sorgte er aber stets für die nötige Sicherheit und ein gutes Umfeld, sodass sich auch der junge Skirennläufer aus Abtei zu einem Riesentalent der Südtiroler Szene entwickeln konnte.
„Mit seiner Entscheidung, sich in diesem Lebensabschnitt nochmals mit voller Energie auf ein neues Projekt einzulassen, ist Karl ein außergewöhnliches Beispiel geworden, für Loyalität, Leidenschaft und echte Berufung“, schließt das Ski Team Alta Badia die Nominierung Karl Mussners ab. Die FISI Südtirol konnte diesen Punkten nur zustimmen – und ernannte ihn am Saisonende zum Trainer des Jahres 2026!