Marco Odermatt: „Ich musste für die Saslong einen neuen Ski bauen, um schnell zu sein“

Platz eins in der Sprint-Abfahrt, die Ränge zwei im Super-G und im Abfahrts-Klassiker: Mit diesen drei Resultaten avancierte Odermatt zum erfolgreichsten Athleten der 58. Saslong Classic im vergangenen Dezember. Insgesamt heimste der Eidgenosse beim Speed-Triple auf der legendären Grödner Speedstrecke 260 Weltcup-Punkte ein und gewann damit souverän den Sonderpreises Val Gardena Südtirol Ski Trophy. Dafür erhielt Odermatt eine originalgetreue 3D-Holzbüste, Extra-Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro, einen Kurzurlaub in Gröden sowie die Besteigung des Langkofels in Begleitung eines einheimischen Bergführers.
Im Rahmen einer Feier auf der Berghütte Fienile Monte am Sellajoch wurde „Odi“ als Sieger der Val Gardena Südtirol Ski Trophy am Donnerstag geehrt und die Holzbüste vor Odermatts Familie, den beiden Bürgermeistern Tobias Nocker (Wolkenstein) und Christoph Senoner (St. Christina), Ambros Hofer (Dolomites Val Gardena), Massimo Rinaldi als Vertreter des italienischen Wintersportverbandes FISI, Rainer Senoner (Präsident Saslong Classic Club) und vielen weiteren Ehrengästen enthüllt.
Liebe auf den zweiten Blick
Acht Mal stand Marco Odermatt in Gröden auf dem Podium bei den vergangenen vier Ausgaben der Saslong Classic. Eine unglaubliche Kontinuität. Aber es ist Liebe auf den zweiten Blick. „Die ersten ein, zwei Jahre hat es hier in Gröden gar nicht funktioniert. Die Piste ist außergewöhnlich. Flacher, als ich es mir wünschen würde und speziell als Riesentorlauffahrer war es für mich schwierig. Vom Material her musste ich viel anpassen, umstellen, ja komplett neue Skier bauen, extra für dieses Rennen. Als es mit dem neuen Material dann erstmals funktioniert hat, von dort an, begann diese Serie und ich stand danach fast immer auf dem Podest. Es ist überraschend, dass ich auf diesem Profil so schnell Ski fahren kann“, sagte der Sieger von 54 Weltcuprennen.
Nun sei Marco Odermatt froh, Gröden auch einmal im Sommer kennenlernen zu dürfen. „Normalerweise komme ich vor Weihnachten zu den Rennen her und bin dann wieder weg. Da bleibt keine Zeit, die Gegend – etwa auf der bekannten Sellaronda – zu erkunden. Ich freue mich darauf am Freitag mit meiner Familie auf euren Hausberg, den Langkofel zu gehen. Ich denke, dass sich auch am Samstag noch eine Wanderung ausgehen wird. Am meisten freue ich mich auf das herrliche Essen“, sagte Marco Odermatt mit einem Schmunzeln im Rahmen des Empfangs.
Ohne Druck zur Heim-WM und ein Versprechen für 2031
Angesprochen auf die nächste Saison und die Heim-WM in Crans Montana meinte der Schweizer Ausnahmekönner: „Es ist schön, eine Heimweltmeisterschaft erleben zu dürfen. Sie ist auch ein großes Ziel. Aber ich darf schon Weltmeister in drei Disziplinen sein. Deshalb kann ich mir auch ein wenig Druck nehmen und die Heimweltmeisterschaften genießen. Ob ich auch in Gröden 2031 am Start stehen werde? Ich kann euch versprechen, dass ich sicher hier sein werde. In welcher Funktion kann ich aber nicht sagen. Die Chance ist groß, dass ich in viereinhalb Jahren noch Rennen fahre. Aber wenn das nicht der Fall sein sollte, dann bin ich sicher als Fan und Tourist hier, um endlich mal hier Skifahren zu gehen“, gab Odermatt abschließend ein Versprechen in Hinblick auf die Alpinen Skiweltmeisterschaften 2031 ab.
Zu einem Wiedersehen mit Gröden und der Saslong kommt es für Marco Odermatt mit Sicherheit in der kommenden Saison. Am Freitag, 18. Dezember ist im Rahmen der 59. Saslong Classic der Super-G geplant, am Samstag, 19. Dezember hingegen die klassische Abfahrt.

