Favoritensiege durch Guttormsen und Campos beim Stabhochsprungmeeting in Schlanders

6,06 Meter ist Sondre Guttormsen im März dieses Jahres schon gesprungen. Damit stellte der 27-jährige Norweger vor vier Monaten nicht nur eine persönliche Bestleistung auf, sondern erzielte auch einen neuen nationalen Rekord. Kein Wunder, dass Guttormsen mit dieser Höhe der Top-Favorit auf den Tagessieg in Schlanders war. Und der Skandinavier wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Er überquerte als einziger die Marke von 5,72 Metern, ließ danach 5,92 Meter auflegen, scheiterte aber an der Höhe, die für Schlanders eine neue Bestleistung bedeutet hätte.
„Ich wäre für das Publikum gerne einen neuen Rekord gesprungen, aber es hat heute (am Freitag, Anm. d. Red.) nicht gereicht. Das Gute ist, dass ich es ja nächstes Jahr wieder versuchen kann. Ich suche auch keine Ausreden, alles hat heute gut gepasst – außer eben meine Sprünge. Es waren aber einige gute Sprünge dabei und jetzt freue ich mich auf die EM in Birmingham, wo ich gerne die 6-Meter-Marke wieder knacken möchte“, sagte Guttormsen.
Sasma wie im Vorjahr auf Rang zwei
Das Podium neben Guttormsen komplettierten der Türke Ersu Sasma als Zweiter und der „Azzurro“ Matteo Oliveri auf Rang drei. Beide sprangen jeweils 5,62 Meter, Oliveri im Gegensatz zum EM-Dritten von 2024 Sasma aber erst im zweiten Versuch. „Es war einmal mehr genial hier zu springen. Schlanders ist und bleibt mein Lieblingsevent. Die ersten Sprünge waren gut, danach habe ich leider abgebaut. Aber ich weiß, was ich bei den nächsten Wettkämpfen besser machen muss“, analyiserte Sasma, der auch im Vorjahr auf Rang zwei gelandet war. Oliveri, amtierender Italienmeister, meinte hingegen: „Ich bin sehr zufrieden. Schade, dass ich die 5,72 nicht knacken konnte. Zum vierten Mal schramme ich knapp an dieser Marke vorbei. Aber die Atmosphäre war herausragend. Danke an alle für dieses tolle Event, bis zum nächsten Mal!“ Auf dem vierten Rang schloss Olen Tray Oates ab (USA/5,47), Fünfter wurde der Schweizer Adrian Kübler (5,27).
Campos ist wieder nicht zu knacken
Das internationale Stabhochsprung Meeting in Schlanders hatte am späten Nachmittag nach einem kurzen Regenschauer mit den Frauen begonnen. Dort zeichnete sich früh das Duell zwischen der Vorjahressiegerin und -zweiten, bzw. zwischen den amtierenden Meisterinnen ihres Landes ab: Juliana Campos (Brasilien) gegen die „Azzurra“ Elisa Molinarolo. Trotz schwierigen Bedingungen – der Anlauf war aufgrund des Regens und des somit eingesaugten Wassers härter als gewohnt – konnten die beiden Kontrahentinnen 4,52 Meter im ersten Versuch überspringen und scheiterten danach an der 4,62-Marke. Ausschlaggebend für den Sieg war der drittletzte Versuch, als Campos die 4,37 sofort nahm und Molinarolo dafür drei Versuche benötigte.
„Natürlich wäre ich gerne wieder einen Rekord wie im Vorjahr gesprungen. Aber vielleicht war ich nach den brasilianischen Meisterschaften und der langen Anreise ein wenig müde. Es hat trotzdem sehr viel Spaß gemacht und besonders freut mich, dass ich mein Niveau mit Sprüngen über 4,50 Metern halten konnte. Die Atmosphäre war einzigartig und wenn es sich irgendwie ausgeht, dann bin ich im nächsten Jahr wieder mit von der Partie“, sagte Campos nach ihrem zweiten Sieg en suite in Schlanders. Der Rekord von 4,76 Metern aus dem Vorjahr bleibt somit ein weiteres Jahr bestehen.
Molinarolo mit einer geglückten EM-Generalprobe
Auch Molinarolo zeigte sich bei der Flower Ceremony zufrieden. „Ich habe mich schwergetan, in den Wettkampf reinzukommen. Aber je länger es ging, desto besser wurde es. Auch die beiden ersten Versuche über 4,62 Meter waren gut, deshalb kann ich von einer gelungenen EM-Generalprobe für Birmingham sprechen. Im Übrigen waren die Bedingungen mit dem Regen beim Einwärmen vielleicht wirklich jene, die wir dann in zehn Tagen in Großbritannien vorfinden werden“, fasste die 32-Jährige zusammen.
Den dritten Platz sicherte sich Marijn Kieft. Die 19-jährige niederländische Meisterin und Landesrekordhalterin (4,56 Meter) meisterte sowohl 4,02 Meter als auch 4,22 Meter jeweils im ersten Versuch souverän. An 4,37 Metern biss sie sich jedoch die Zähne aus und scheiterte dreimal, womit sie den Wettkampf mit 4,22 Metern auf Rang drei beendete. „Ich kann höher springen, aber mit dem dritten Rang unter diesen schwierigen Bedingungen bin ich insgesamt schon zufrieden“, sagte Kieft.
Mit derselben Höhe schloss auch Virginia Scardanzan den Wettbewerb ab. Im Gegensatz zu Kieft hatte die Italienerin, die in Kanada lebt, allerdings bereits bei 4,02 Metern zwei Fehlversuche zu verzeichnen und musste sich deshalb mit dem vierten Platz begnügen. Dahinter reihten sich die Niederländerin Elise De Jong sowie die U23-Italienmeisterschafts-Dritte Giulia Busatta ein, die beide 4,02 Meter übersprangen.
Ergebnisse Internationales Stabhochsprung Meeting Schlanders
Männer Top3:
1. Sondre Guttormsen NOR 5,72 Meter
2. Ersu Sasma TUR 5,62 m
3. Matteo Oliveri ITA 5,62 m
Frauen Top3:
1. Juliana De Menis Campos BRA 4,52 Meter
2. Elisa Molinarolo ITA 4,52
3. Marijn Kieft NED 4,22


